Ein weiterer grosser Schritt ist gemacht: eine Woche mit 6 Job-Interviews liegt hinter mir. W├â┬Ąhrend der Woche hab ich viel zu wenig realisiert, was da gerade alles passiert, aber r├â┬╝ckblickend muss ich sagen: wow! Bereits in meiner zweiten Woche hier in Toronto hatte ich so viele Gespr├â┬Ąche – wenn das mal nicht vielversprechend ist! (nun ja, ich muss noch ein wenig an diesem positiven Mantra arbeiten und es auch verinnerlichen, denn NOCH habe ich keinen festen Job…).├é┬áGleichzeitig ist es nat├â┬╝rlich eine extrem spannende Zeit, in so viel Neues einzutauchen und nach und nach verschiedene M├â┬Âglichkeiten zu entdecken.

Aber mal etwas genauer, was ist diese Woche geschehen:

  • – 6 Interviews, davon 3 telefonisch, 3 bereits pers├â┬Ânlich
  • – 3 der Firmen sitzen in Toronto “City”, 3 sitzen etwas “verstreuter”
  • – Bezeichnungen der Positionen sind sehr unterschiedlich, meinen aber ungef├â┬Ąhr dasselbe: User Experience Designer, Senior Experience Designer, Lead UX Specialist, Interaction Designer, User Experience Architect

Es ist also verst├â┬Ąndlich, dass nur schwer zu verstehen ist, was ich in meinem Job eigentlich mache – selbst auf dem Arbeitsmarkt ist man sich uneinig mit den Bezeichnungen ­čÖé

 

Mein erstes Interview sollte eigentlich am Montag stattfinden, wurde dann aber spontan (2 Stunden vorher) verschoben auf Freitag. Das Verschieben von Terminen ist dann w├â┬Ąhrend der Woche noch mehrmals passiert – scheint der neuste Interview-Trick hier zu sein (wie flexibel ist unser Kandidat?) ­čśë

Los ging es dann am Dienstag:

Gespr├â┬Ąch No.1: User Experience Designer at Thoughtworks├é┬á– Telefoninterview (mit HR-Person)

ThoughtWorks
ThoughtWorks
  • – Spannend, weil: internationale Firma (sitzt in 12 L├â┬Ąndern), Software-Entwicklung, 2500 Mitarbeiter; Job w├â┬╝rde viel Reisen (vor allem in die USA) mit sich bringen – nice
  • – Unsch├â┬Ân: Interview selbst war unangenehm, unklar, welche Skills sie suchen (Entwickler?), mit meinem Visum d├â┬╝rfte ich nicht in den USA arbeiten, k├â┬Ânnte also nur wenige Projekte begleiten, klang nach “Consulting-Agentur”, wo man ausgequetscht wird und 70h-Arbeitswochen hat.

– Next steps: zweites Gespr├â┬Ąch mit ├é┬á“Fachperson” soll folgen

 

Am Donnerstag gab es dann 2 Gespr├â┬Ąche: ein pers├â┬Ânliches und eines am Telefon

Gespr├â┬Ąch No. 2: Interaction Designer bei Vitamin T├é┬á– pers├â┬Ânliches Gespr├â┬Ąch

Vitamin T
Vitamin T

Vitamin T ist eine Jobvermittlungsagentur, die sich auf kreative Berufe spezialisiert hat. Dort habe ich nach l├â┬Ąngerem hin und her Kontakt mit einer “Agentin” aufnehmen k├â┬Ânnen, die sich mit mir getroffen hat. Lichtblick: endlich mal mit einer Person “face-to-face” reden und: Hoffnung zu bekommen. Sie war begeistert von meinem Lebenslauf und meinem Portfolio und versicherte mir, dass es kein Problem sein sollte, f├â┬╝r mich einen Job zu finden.

Sie hat mir dann auch prompt das Interview am Nachmittag vermittelt ­čÖé W├â┬Ąre also ein tolles Sprungbrett, um als Freelancer zu arbeiten. (Negativ: sie dr├â┬╝cken im Preis bzw. addieren wohl ihre eigene Marge dazu, was mein Einkommen um einiges schm├â┬Ąlert…)

 

Gespr├â┬Ąch No. 3: Interaction Designer bei MyPlanetDigital – Telefoninterview mit Creative Lead

MyPlanet DIgital
MyPlanet DIgital

– Spannend, weil: Software- und Webdesign Agentur mit Start-up Groove, 65 Mitarbeiter, Kunden in Kanada und USA (auch hier ist Reisen erforderlich), wirkt jung und dynamisch

– Negativ: sitzen ausserhalb von Toronto; mit ├â┬Âffentlichen Verkehrsmitteln br├â┬Ąuchte ich fast 2h (insgesamt 4x umsteigen); mit dem Auto w├â┬Ąren es nur 30 Minuten (besitze aber keines :-)). Good news: sie wollen im Dezember in die Stadt umziehen.

– Next Steps: ich erhalte eine Aufgabe, die ich innerhalb von 48h l├â┬Âsen muss und anschliessend pers├â┬Ânlich pr├â┬Ąsentieren werde.

 

Am Freitag fand dann der Endspurt statt: 3 Interviews (2 pers├â┬Ânlich, eines telefonisch).

Gespr├â┬Ąch No. 4: Lead UX Specialist at Macadamian – Skype-Interview mit HR-Person

Macadamian
Macadamian

Ein ganz hervorragendes und angenehmes Gespr├â┬Ąch mit einem franz├â┬Âsisch-sprechenden Kanadier (wir haben uns aber gl├â┬╝cklicherweise auf Englisch unterhalten).

Software- und Webdesign Agentur in Ottawa. Sie sind eine Art “Urgestein” was UX anbetrifft, haben sehr viel Markterfahrung, grosse Kunden, internationale T├â┬Ątigkeiten und treiben die UX-Community voran mit Events und ├â┬Âffentlichen Pr├â┬Ąsentationen.

 

Absolut totaaaaal spannend, weil: Firma sitzt zwar in Ottawa, sie wollen aber ein neues Office in Toronto gründen und sind auf der Suche nach Mitarbeitern in Toronto.

Zudem suchen sie eine Person, deren Rolle sich noch nicht klar definieren l├â┬Ąsst, aber so eine Art “Creative Booster & Motivator” sein sollte: jemand, der intern beraten kann, neue Ideen entwickelt und zuk├â┬╝nftige Trends aufsp├â┬╝rt. Diese Person w├â┬╝rde dann unter anderem auf der B├â┬╝hne bei Grossveranstaltungen stehen und Zukunftsvisionen pr├â┬Ąsentieren.

Technologie und Zukunft sind zwar nicht meine Spezialthemen, neue Ideen entwickeln und Menschen zu begeistern daf├â┬╝r umso mehr ­čÖé

Next steps: zweites Telefoninterview mit Fachpersonen n├â┬Ąchsten Freitag.

 

Gespr├â┬Ąch No. 5: User Experience Architect at FCV – pers├â┬Ânliches Gespr├â┬Ąch mit VP User Experience

FCV
FCV

Agentur im Bereich digitale Medien mit Hauptsitz in Vancouver; ihr B├â┬╝ro in Toronto wurde vor 3 Monaten er├â┬Âffnet. Grosskunden, internationale Auftr├â┬Ąge.

Sehr angenehmes Gespr├â┬Ąch mit dem Leiter der UX-Abteilung, einem Engl├â┬Ąnder. Das Team sitzt in Vancouver und dort suchen sie eigentlich auch noch nach Mitarbeitern (jaaaaa); hier in Toronto suchen sie derzeit nach Freelancern, die aber eine gute Aussicht auf eine Festanstellung haben (ichichich!).

Meine Bewerbung war eine “Initiativ-Bewerbung”, also nicht wirklich auf eine konkrete Stelle – daf├â┬╝r war das Gespr├â┬Ąch umso toller (lag mit Waren sofort auf einer Wellenl├â┬Ąnge); die M├â┬Âglichkeit, hier in Toronto zu starten und nach einiger Zeit vielleicht doch wieder nach Vancouver zur├â┬╝ckgehen zu gehen, reizt mich gerade sehr. Zudem ist die Firma spannend (@Romy: sie arbeiten auch mit Sitecore :-)).

Next steps: stehe mit HR schon in Verhandlung für einen Freelancer-Vetrag!

 

Gespr├â┬Ąch No. 6: Senior Experience Designer at Tribal DBB – pers├â┬Ânliches Gespr├â┬Ąch mit VP UX und HR

Tribal DBB
Tribal DBB

Werbe-Agentur. Absolut chaotisch.

Das war das Gespr├â┬Ąch von Montag, was in der Zwischenzeit 5x verschoben wurde. Dort angekommen, wurde ich von einem halb abwesenden UX Manager abgeholt, der reservierte Raum war allerdings besetzt, so dass unser Interview in einer Ecke stattfand. Nach 20 Minuten musste dieser auch schon wieder zum n├â┬Ąchsten Meeting (“I am so sorry but I’d like to continue our chat another time!”). Er brachte mich dann zur HR-Frau, die mir erst einmal erkl├â┬Ąrte, dass sie die Stellenausschreibung mittlerweile ge├â┬Ąndert haben – sie suchen eigentlich einen Designer ­čÖé Aber sie wollten mich trotzdem mal kennen lernen (“You never know…”).

Fazit: Chaos-Haufen. Aber f├â┬╝r Freelancer-Auftr├â┬Ąge eventuell noch eink├â┬Âmmlich.

 

Nach diesem Interview-Marathon bin ich dann am Freitag-Abend tot ins Bett gefallen: da ist sp├â┬╝rbar eine riesige Anspannung von mir abgefallen. Auch wenn ich mittlerweile gen├â┬╝gen Erfahrung mit Bewerbungsgespr├â┬Ąchen haben sollte, irgendwie ist es doch immer wieder neu und ungewiss.

Alles in allem hatte ich Tops und Flops dabei, angenehme und unangenehme Gespr├â┬Ąche. Ich halte mich aber an den angenehmen Gespr├â┬Ąchen fest und schaue jetzt erstmal nur auf die M├â┬Âglichkeiten. Noch habe ich ja nichts Definitives – aber es sieht so aus, als ob mein Plan von einem Freelancer-Dasein Wirklichkeit werden und ich f├â┬╝r verschiedene Firmen arbeiten├é┬ák├â┬Ânnte. Das w├â┬Ąre nat├â┬╝rlich ganz wunderbar! (Auch wenn ich dazu noch regelm├â┬Ąssiger Yoga-├â┼ôbungen machen muss, damit ich gelassener mit einer so unsicheren Arbeitsposition umgehen kann).

Aber hey: das alles ist nun nach nur 12 Tagen passiert! Das hat sich in Vancouver damals ganz anders angef├â┬╝hlt ­čÖé Sobald ich in meiner eigenen kleinen Wohnung lebe und meinen Tagesablauf besser und individueller gestalten kann, werde ich noch st├â┬Ąrker Networking betreiben und mich hier in die “UX-Szene” hineink├â┬Ąmpfen.

Und auch hierzu gibt es einen wundervollen Start: ich darf an der ber├â┬╝hmten TEDx-Tagung teilnehmen!! TED ist eine non-profit Organisation, die kreative Menschen verbindet. Mittlerweile werden Tagungen auf der ganzen Welt abgehalten, wo innovative Ideen von “World-Leadern” pr├â┬Ąsentiert werden – es ist jeweils sehr inspirierend und motivierend.

Da diese Konferenz so beliebt ist, werden Tickets jeweils nur “verlost”. In 2 Wochen findet nun eine Tagung hier in Toronto statt – und ich habe tats├â┬Ąchlich ein Ticket ergattert! Dort werde ich ganz sicher viele tolle und inspirierende Menschen treffen und mein Netzwerk entsprechend erweitern k├â┬Ânnen.

Wow, das Leben geht weiter im Turbo-Tempo!

Und jetzt: ab zum Pilates mit Fitore (noch einmal das Fitness-Programm hier nutzen, im Geb├â┬Ąude meiner neuen Wohnung gibt es diesen Luxus nicht) – und anschliessend das Wochenende geniessen. Morgen Abend darf ich dann endlich in “mein eigenes” Reich ziehen!

One thought on “Job Hunting: der Marathon”

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