Hier mal wieder ein Beitrag zum Leben in Toronto, wie sich das hier für mich anfühlt, was mir im so Alltag auffällt und welche Unterschiede ich wahrnehme.

Und da ist eine Sache, die mir bereits in Vancouver ins Auge gestochen ist, sich aber mit der Grösse der Stadt noch stärker auszudehnen scheint:  die Anzahl der Hunde, ihre Hundebesitzer und die Hundeverliebtheit. (Und damit meine ich nicht unbedingt die plötzlich ausgebrochenen Solidaritätswelle mit rumänischen Strassenkötern.)

Hunde…gibt es hier an jeder Ecke. Und ich bin mir sicher, dass die Anonymität der Grossstadt und unser heutzutage hektisches Alltagsleben ganz sicher zu der wachsenden Zahl an Hundehaltern beiträgt – ganz nach dem Motto “Jeder hat n Hund aber keinen zum reden“.

In Toronto sind 72’000 Hunde registriert (etwa doppelt so viele wie Katzen); das bedeutet jeder 34. Bürger dieser Stadt nennt sich einen stolzen Hundebesitzer.

Wenn ich nun an “Hund” denke, dann habe ich ein Bild von einem Vierbeiner in meinem Kopf, der mir mindestens bis zu den Knien reicht, so wie ein Retriever, ne Dogge oder…oder so n tollen Berner Sennenhund 🙂

Bouvier_Bernois_BE
Ja, ein echter Berner Blick – I like

Aber hier ist das nicht unbedingt so.

In Toronto gibt es zwar überall Hunde – man erkennt sie aber in erster Linie an der auffallend schicken Hundeleine; und nur, wenn man seinen Blick nach unten richtet…ja, und noch etwas genauer hinschauen…oh, fast draufgetreten…jaaaa, da ist er: der ideale Partnerersatz für die Grossstadt-Jungle-Bewohner.

TorontoDogs
Suchbild: auf diesem Foto ist ein Hund versteckt

 

Laut einer Studie entsprechen die beliebtesten Hunderassen zwar eher dem Grössenbereich von meinem mentalen Modell eines Hundes: Labrador, Golden Retriever und Schäferhunde (German Shephard) liegen weit vorne (klar, Familien- und Beschützerhunde).

Aber ganz gross im Kommen sind kleine Hunde: Shih tzus (siehe Foto), Yorkshire Terrier, Schnauzer und Pudel.

Shi tzus
Shi tzus – so sehen die aus. Wie Spielzeughunde

 

Der Hundebesitz alleine ist nun nicht das Erstaunliche an Toronto. Aufgefallen ist mir die Nähe zwischen Mensch und Tier, die Wertschätzung, die dem vierbeinigen Alltagsbegleiter entgegengebracht wird und die wichtige Rolle, die der pelzige Freund im Leben einnimmt. Und das ist nicht nur mir aufgefallen:

You see the dogs and the strollers – that’s the big joke. The dog is a part of the family. (And sometimes it is even the dog that is IN the stroller :-))

Und vom Torontoobserver:

Pets aren’t just pets anymore; they are our children. Some people feel that the more money you spend on a dog, the more it shows you love it.

Und diese Liebe drückt sich folgendermassen aus:

Hundesalons sind hier mindestens so zahlreich wie Supermärkte. Und dies sind nicht einfach nur “Hundesalons”. Nein, hier geht man hin zur Pediküre (oder…wie hiesse das bei Hunden?), zum Waschen – oder einfach für ein bisschen Wellness! Zum Beispiel bei Pawfect Spa oder Happytailstoronto. (Oh ja, grosse Businessmöglichkeit hier für mich in Sachen Webdesign – diese Webseiten sind nämlich allesamt äusserst unattraktiv gestaltet.)

Pawfect Spa
Pawfect Spa – nur ein Beispiel (ist ne Webseite!)
Haareschneiden
Einmal Waschen-Schneiden bitte

Und der Wellness-Bereich ist nur eine Seite; natürlich müssen die Kleinen auch fesch aussehen – vor allem bei den hier ständig wechselnden Wetterbedingungen. Ja, genau! Und letztlich trägt es zur Sicherheit bei: bewegende Neon-Farben am Boden werden eher wahrgenommen als ein grau-blond-gemischtes Fellknäuel.

Latest trends for dogs

 

Auch die Ernährung ist selbstverständlich ein sehr wichtiger Faktor und sollte nicht unterschätzt werden. Wenn ich nicht wüsste, dass ich hier in einem Hundeladen stehe – ich würde glatt einer dieser Packungen schnappen in der Annahme, gerade das leckerste und gesündeste Müsli zu kaufen. (Im Verpackungsdesign sind sie definitiv weiter hier als im Webdesign :-))

In the dog store
In the dog store

Und die Taschen dort in der Ecke, nein, das sind nicht einfach nette Handtaschen für das liebe Frauchen – das sind Transporttaschen. Da passt dann der Kleine rein – und kann üüüüberall dabei sein 🙂 Toll. Bei so kurzen Beinen ist es doch klasse, nen Träger zu haben!

Hundetaschen
Hundetaschen

 

Und damit wäre dann auch klar, welcher Nebenjob hier noch vor der Arbeit im Coffee-Shop am meisten ausgeübt wird: Dogwalker! Korrekt! Hab mal geschaut: so ein richtiger Dogwalker benötigt auf jeden Fall eine Ausbildung – die es auch hier schon bereits ab 300 CAD zu erwerben gibt.

dog-walker1

Na, da drück ich mal weiter die Daumen, dass ich noch ein paar Projekte als Freelancer erhalte, bevor ich noch auf dumme Ideen kommen 🙂

So ist das also hier. Der absolute Hundewahn. Und damit: schöne Woche!

what an ugly guy
what an ugly guy

 

Anmerkung zu rechtlichen Aspekten: Fotos sind diesmal alle aus dem Internet gefischt.

2 thoughts on “Toronto and the dogs”

    1. Haha, good to know!
      Ich sage dir, es gab bisher keinen Tag, an dem ich nicht mindestens einmal sehr verwundert meinen Kopf schütteln musste…gibt noch vieles zu sammeln und zu berichten hier aus dem grossen Toronto 🙂

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