Freitag Abend ging es nun also los. Die Abfahrt war auf 21.30 Uhr angesetzt, man sollte aber eine Stunde vor Abfahrt am Busterminal sein. Ich habe dann auch schnell herausgefunden, warum.

Der Busterminal ist hier so etwas wie ein kleinerer Bahnhof, an welchem ständig Busse ein- und abfahren. Für eine solche New York Fahrt gibt es nicht einen spezifischen Bus der abfährt – sondern je nachdem, wie viele Tickets verkauft werden, wird die Anzahl der Busse aufgestockt.

Als Reisender stellt man sich dann in eine lange Warteschlange (Kanadier sind soooo toll im warten, an jeder Haltestelle wird sich hier brav eingereiht und nicht gedrängelt, wie ich es aus Europa her kenne) und wartet, bis man irgendwann an der Reihe ist, in einen Bus einsteigen zu dürfen. Die Abfahrtszeiten sind niemals genau.

Und so habe ich schliesslich 1.5 h in der Warteschlange verbracht, bis ich endlich an der Reihe war.

WaitingForTheBusGut gelaunt und euphorisch darüber, dass meine Reise nun endlich starten konnte, wollte ich gerade einsteigen, als der Busfahrer mich nach meinem Visum fragte. Ich hielt ihm meinen deutschen Pass und mein kanadisches Visum hin – aber damit war es nicht getan. Ich brauchte für die USA ja ein extra Einreisevisum! Grrr, wie konnte ich das nur vergessen. Dafür kann man sich eigentlich recht einfach online anmelden und sollte dies in der Regel einige Tage vor Reisebeginn machen. Hmpf.

Von den Menschenmassen überfordert schob mich der Fahrer dann aber mit den Worten in den Bus: „Let’s deal with it later.“

Na jut.

Erstmal n Platz finden. Und dann ging es bald darauf auch los.

2 Stunden später kamen wir dann an der Grenze an. Und auch dort erwartete uns ein herrliches Chaos: die vielen Busse, die nach und nach in Toronto abgefahren waren, trafen sich hier nun alle wieder, diesmal gab es eine Bus-Warteschlange. Jeder Bus wurde einzeln kontrolliert – und die Amerikaner nehmen es da ja sehr genau. Jeder muss mitsamt Gepäck aussteigen, durch eine Art „Schleuse“ durch, Fingerabdrücke abgeben, ein Foto machen lassen und sich einer kurzen Befragung unterziehen (Warum reisen Sie in die USA? Wo wollen Sie hin? Wie lange bleiben Sie? Was ist der Grund ihres Besuchs?) Bei so vielen Bussen ist das ein endloses Unterfangen – und so verbrachten wir letztlich 5 Stunden (!!!!) vor der Grenze im Bus, bis wir endlich an der Reihe waren.

WaitingAtTheBoarder

Für mich stellte sich dann noch immer die Frage, ob ich an der Grenze so schnell ein Visa erhalte, um einzureisen.

Glücklicherweise verlief dies dann aber reibungslos – ich glaube, um 5.30 Uhr morgens hatten auch die Grenzbeamten langsam keine Lust mehr 🙂

GrenzKontrolle

Prima, damit war die Nacht nun also auch schon fast rum, ich habe natürlich kein Auge zugetan und jetzt wurde es auch langsam hell, als wir uns endlich auf amerikanischem Boden befanden.

Es lagen noch weitere 6.5h Busfahrt vor uns (plus Rastzeiten zwischendurch).

Die weitere Busfahrt verlief reibungslos. Erst als wir uns kurz vor New York befanden, startet das Chaos wieder: die Autobahnen waren überfüllt, der Tunnel, durch den man durch muss, um nach Manhatten zu gelangen, war verstopft – und so gab es nochmals Wartezeiten.

Schliesslich, um 13 Uhr (statt wie geplant um 7.30 Uhr) kamen wir am Busterminal in New York an.

Völlig übermüdet griff ich mir meine Reisetasche und torkelte aus dem Bus. Wow. Da bin ich also. New York.

Aber das war ja noch nicht das Endziel. Nun musste ich erstmal die Unterkunft finden, die ich für mich und meine Kollegin gebucht hatte….auf ihren Wunsch so günstig wie möglich, was nun eben auch hies: so weit ausserhalb von der Innenstadt wie möglich 🙂

Es begann eine neue Suche an dem riesigen Busterminal in New York: wie bitte komm ich nach New Jersey? Nachdem ich eine Antwort auf diese Frage gefunden hatte und ich auch irgendwie die richtige Haltestelle fand, war es wieder Zeit zu…warten, na klar 🙂

Irgendwann kam dann der Bus, viele Leute gab es nicht – aber: im hinteren Teil des Busses hatte sich wohl erst vor kurzem jemand übergeben. Jaaaa, Grossstadtfeeling. Da bin ich also: welcome NY!

Auch diese Busfahrt überstand ich und fand dann auch irgendwie meine Unterkunft: mitten im lateinamerikanischen Wohnquartier. Selbstverständlich war die Vermieterin nicht zu Hause (warum sollte auch irgendetwas reibungslos verlaufen? :)). Ich habe sie aber ziemlich schnell telefonisch erreichen können und sie befand sich glücklicherweise bereits in der Nähe.

Und dann war es endlich so weit: ich konnte meine Reisetasche in ein kleines Zimmer werfen, einmal tief durchatmen – und mich nun wirklich auf New York freuen.

15 Uhr. Jetzt kann es losgehen! Und mehr dazu gibt es im nächsten Beitrag 🙂

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