Es ist Herbst! Und der ist wunderwunderschön! Ach, es ist malerisch, wie sich die Natur wieder einmal in ein kunterbuntes Farbenspiel verwandelt – und dabei ist es sonnig und warm (noch 20 Grad, juhu). Und wo kann man den Herbst besser verbringen als in den Bergen? 🙂 Und das war mein Wochenende: Wandern in Whistler und Biken in Squamish, wundervoll!

Und dabei habe ich diesmal eine für mich ganz neue Entdeckung gemacht – dank der Supertechnologie von meinem Mietwagen. Der piepste nämlich immer ganz aufgeregt, sobald ich die Tempo 100-Grenze überschritt. Zuerst dachte ich: prima, der warnt mich immer, sobald ich auf einer Strecke zu schnell bin. Etwas nervig – aber kann ja hilfreich sein.

Dann aber merkte ich: neeee, der weiss überhaupt nicht, was das Tempo-Limit um mich herum gerade ist. Der hat genau eine Warngrenze – und die springt IMMER an, sobald ich über 100 km/h fahre. Super komisches Konzept, dachte ich mir. Wieso stellt man denn eine fixe Warngrenze bei 100 ein??

Und dann – ich weiss, das sagt jetzt ein wenig etwas über meinen Fahrstil – habe ich zum ersten Mal sehr bewusst auf alle Temposchilder um mich herum geachtet (also, die hab ich auch vorher schon gesehen – aber auf dem Highway wurden die irgendwie unwichtig für mich :D). Tatsache: das Tempolimit auf der Autobahn hier in BC liegt bei 90 km/h!!! Neunzig!! Auf der Autobahn!! Und das ist jetzt keine extrem befahrene super stressige Autobahn wie die Hauptverbindungen bei uns in Deutschland. Das ist ne ganz gemütliche, recht breite vierspurige Strasse. Heidewitzka, 90 km/h bin ich da glaube ich tatsächlich noch nie gefahren – es sei denn, ich stand im Stau. Für mich war die Schweiz ja schon eine Umgewöhnung, hab mich dann aber mit dem Limit bei 120 ganz gut zurecht gefunden. Ein gutes Tempo – es sei denn, man überholt sich mit 121 gegenseitig, da teile ich den Schweizer Humor dann nicht mehr.

Aber 90???? Ehrlich jetzt? Mir wurde auf jeden Fall etwas klarer, warum hier so viele Menschen so komisch fahren, besonders wenn die Strasse sich plötzlich stärker als ein 5 Grad Winkel neigt. Da sind viele der Fahrer hier in Kanada dazu geneigt, ihr Auto um die Ecke zu tragen. Schööööööön auf die Bremse treten, um jaaaaaaa sicher um die Kurve zu kommen. Uiuiuiuiui.

Dazu sollte man vielleicht auch erwähnen, dass der Führerscheinprozess hier ja ganz anderes verläuft: mit 16 kann jeder hier Auto fahren – ohne Fahrstunden. Man muss sich dazu nur ein L (für “Learner”) aufs Auto kleben und muss immer in Begleitung mit einer Person fahren, die einen Führerschein besitzt. Das macht man dann ein Jahr lang, dann gibts ne Prüfung und den Führerschein – und anschliessend muss man nochmals 1 Jahr mit einem “N” rumfahren (wie unser Probejahr in Deutschland). Ja, das erklärt natürlich auch einiges.

Ganz besonders amüsant ist es dann, wenn man sich die Autos hier in Vancouver anschaut. Hier leben ja extrem viele Super-Reiche, die dann gerne auch Superschlitten fahren. Merzedes, BMW und Audi sind hoch im Kurs (sind hier ja nochmal doppelt so teuer, weil das Autos vom anderen Ende der Welt sind), aber auch Porsche und Ferrari. Haha, und hier eine kurze mentale Ãœbung: der fette Ferrari cruist auf der kanadischen Autobahn – mit 90!! 😀 *Prust*, da hat sich die Investition ja wirklich gelohnt. Bravo!

Und noch zum Abschluss meines Autobahnen- und Speedlimit-Bashing: So denkt der Kanadier über Tempolimits. “Why raising speed limits in Canada is a bad idea.” Very bad, so bad. Wir reden hier von einem Tempolimit von 120km/h. So bad.

Ãœbrigens: Fiat’s Idee von einem Warnmechanismus bei 100 km/h hat bei mir dann genau den gegenteiligen Effekt gehabt. Um dem nervigen Gepiepse aus dem Weg zu gehen, hab ich geschaut, dass ich möglichst nie UNTER 100 falle, damit ich meine Ruhe habe. Hat gewirkt. Und: nie wieder Fiat!

 

Und hier nun noch ein paar Bilder von meiner fantastischen Wanderung in Whistler – in absoluter Entschleunigung:

Panorama
Panorama
Gletscher
Gletscher
Fast wie in der Schweiz
Fast wie in der Schweiz

One thought on “Kanadische Autobahnen und Speedlimit”

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