Diesmal hatte ich einen Wochenstart ein er ganz besonderen Art: nämlich im Gericht.

So ganz verstehe ich das kanadische Rechtssystem noch nicht – aber hier ist die Story: vor gut einem Jahr wurde mein Fahrrad aus der Tiefgarage (und dem abgeschlossenen Fahrradraum, in welchem mein Fahrrad wiederum an einen Fahrradständer angeschlossen war) geklaut. Ich kam gerade von meinem Trip aus Indien wieder, und habe dann von meiner Nachbarin gehört, das vor gut einer Woche eingebrochen wurde. Zwei Fahrräder wurden geklaut (eines davon war eben meines), Autos wurden aufgebrochen und andere Kellerabteile.

In unserem superneuen Gebäude hatten wir natürlich auch jegliche Überwachungskameras installiert – allerdings keine Alarmanlagen. Aber  so mit hatten wir den Diebstahl auf Video und ich konnte den Typen sehen, der mit meinem Fahrrad gemütlich aus der Garage spazierte.

Einbruch
Einbruch Dezember 2015

Und nun nach einem Jahr teilte mir die Polizei mit, dass sie den Täter geschnappt hatten. Von meinem Fahrrad fehlte allerdings jede Spur.

Dafür wurde ich nun zum Gericht vorgeladen – um eine Zeugenaussage abzulegen. Etwas irrsinnig wie ich fand – denn sie hatten den Typ auf dem Video und ich hatte meinen Kaufbeleg mit Seriennummer bereits vor einem Jahr vorgezeigt.

Aber nun ja, auf zum Gericht – nicht gerade das einladentste Gebäude in Vancouver 🙂

Dort gab es zuerst ein Vorbereitungs-Interview mit dem zuständigen Anwalt. Der hat mich noch einmal jegliches Beweismaterial durchgehen lassen.

Und dann war die eigentliche Gerichtsverhandlung dran. Ich hatte mich innerlich schon gefreut, in so einer Gerichtsszene dabei zu sein, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne – aber das Vergnügen war dann doch recht kurz. Im Wartezimmer erschien plötzlich eine Gestalt, die dem Täterbild stark ähnelte: jawoll, der Dieb setzte sich neben mich. Dann kam auch schon der  Herr Anwalt, nahm mich beiseite und meinte: Glück gehabt – es gibt keine Verhandlung, der Täter bekennt sich schuldig, wir brauchen ihre Aussage nicht mehr.”

Prima. Und was bringt mir das im Endeffekt? Nüschte.  Der Dieb ist einer von den vielen Vancouver Obdachlosen, also mittellos und kann mir den Wert meines  Fahrrads nicht erstatten. Mein Fahrrad wurde vertickt, ist also verschwunden – und damit ist die Geschichte aus.

Etwas spannend  war es dennoch, mal in so einem Gerichtsgebäude zu sein 🙂

2 thoughts on “Bitte einmal ins Gericht”

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