So langsam fühlt es sich nach Winter an hier in Vancouver. Es wird schön kalt (minus 5-7 Grad sind es momentan), in den Bergen sammelt sich langsam immer mehr Schnee…und ja, der Berg ruft.

Die Skitour am Wochenende war ein besonderes Erlebnis: 32 km und knapp 2000 Höhenmeter. Dazu eine vorausgesagte Windstärke von 35 km/h.

Mit einer Gruppe von 8 Personen sind wir früh morgens um 6 Uhr gestartet. Die ersten paar Kilometer sind wir mit unseren Skiern auf dem Rücken gewandert, weil der Weg ziemlich uneben war.

Anschliessend ging es ca. 10 Kilometer durch den Wald hoch hinauf zum Garibaldi See. Ein sich endlos ziehender Weg. Für Wilson war schon nach kurzer Zeit klar: er würde uns nur bis zum See begleiten und dann wieder umdrehen. Zu kalt, zu windig, zu müde.

Endich war der langweilige Anfangsteil überwunden und wir kamen an den grossen See. So langsam merkte ich die Kälte auch: meine Hände waren kaum noch spürbar (auf die Merkliste: Handwärmer fürs nächste Mal!). Aber der Blick auf den Black Tusk (vulkanische Spitze, tolle Wanderung im Sommer) und auf der anderen Seite auf Mount Price, unserem Tagesziel, war umwerfend schön.

Die breite offene Fläche des Sees hielt eine besondere Überraschung bereit: den angekündigte Wind, von dem wir im Wald nichts mitbekamen. Und das war nicht nur ein bisschen Wind – ne, das pustete mit aller Kraft von der Seite, so dass wir uns beim Überqueren gegen den Wind lehnen mussten.

Ace schien damit keinerlei Probleme zu haben. Wir ein junges Reh hüpfte er über den See, streckte seinen Schnauze in den Wind, spielte mit dem Schnee und freute sich des Lebens.

Auf der anderen Seite des Sees angekommen begann dann der richtige Aufstieg. Und auch hier wieder: sobald wir aus dem Schutz der paar Bäumchen kamen, setzte das Gehaule ein. Irgendjemand aus unserer Gruppe meinte später, wir hätten bis zu 90km/h Windböen gehabt – hab aber keine Ahnung, wie er das gemessen haben will. Es war extremer Wind. So stark, dass die komplette pulvrige Schneeschicht am Berg weggepustet war. Somit wurde der Aufstieg etwas sinnlos, da es nur eine kratzige Eissicht gab, auf der wir runterschlittern konnten. Die Hälfte der Gruppe drehte daher in der Mitte des Aufstiegs um. Ich kämpfte mich etwas weiter hoch, kämpfte mich aber nicht bis zum Gipfel hoch – dafür war der Spassfaktor zu gering 🙂

Ace rennt den Berg runter

Und zurück über den See, wieder rein in den Schneesturm, um dann auf der anderen Seite noch eine kurze Abfahrt mitzunehmen, bevor die Sonne hinter den Bergen versank.

Die letzten Kilometer wanderten wieder mit unseren Skier auf dem Rücken zurück zum Auto. Es war bereits dunkel – knapp 12 Stunden waren wir unterwegs. Mit eisigen Wangen, Füssen und Händen, kaputt und hungrig kam ich am Parkplatz an – wo Wilson im Auto wartete, juchhe!

Doch dann der Schreck: die letzte Person aus unserer Gruppe kam und kam nicht. Sie wurde das letzte Mal ca. 45 Minuten vom Parkplatz gesehen. Nach einiger Warterei liefen wir in verschiedenen Suchtrupps los. Wir fanden sie schliesslich nach 1 Stunde (sie hatte eine Abzweigung verpasst) – nur war dann der andere Suchtrupp verschwunden 😀

Um 20.45 Uhr waren wir endlich alle beisammen – und konnten losziehen zum Abendessen. Ein laaaaanger Tag.

Und jetzt haben wir tatsächlich Winter hier in der Stadt: es schneit und schneit und schneit, bin ich froh, dass ich von zu Hause arbeiten kann 🙂

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