Eine Woche Sommerurlaub in Corona-Zeiten: was gibt es da besseres, als das Kanada weiter zu erkunden. Wilson und ich haben uns gemeinsam mit Dace und Peter 10 Tage Auszeit gegönnt. Wir wollten rauf nach Smithers und den Norden von British Columbia erkunden.

Smithers, das sind 1150 Kilometer von Vancouver, das haben wir natürlich nicht in einem Rutsch geschafft.

Am Freitag nachmittag ging es los, Wilson und ich starteten etwas früher als unsere Freunde, weil wir einige Mountainbike-Gegenden testen wollten (und Dace und Peter nicht biken).

Der Start in den Urlaub war – wie so oft – nicht der schönste, wir kamen schon kaum aus Vancouver raus und kamen auch anschliessend nur im Schneckentempo an. Kurz vor Dunkeleinbruch hielten wir dann irgendwo an, suchten uns ein freies Stück Feld, um unser Zelt aufzuschlagen. Wir wurden sofort von riesigen Mückenschwärmen attakiert…Satz mit x, dann lieber sofort schlafen gehen. 🙂

2. Tag: Williams Lake

Neuer Tag, neues Glück. Wir hatten es nicht mehr weit bis Williams Lake, einer der Bike-Orte, die wir testen wollten. Wir fanden auch einen interessanten Pfad – er nannte sich “Snakes and Ladders” (Schlangen und Leitern). Im Vergleich zu Vancouver war es zwar rechtes Flachland – aber wir fanden hier andere Herausforderungen. Der Pfad war geschmückt von schmalen Holzstegen, Brücken und Wippen, die man mit dem Fahrrad überqueren sollte. Ein Balance-Parcour, feine Sache!

Ace wurde das alles ziemlich schnell zu heiss und öde, darum ging es nach einer kurzen Runde fröhlich weiter mit der Fahrt. Ziel: Peter und Dace treffen.

Nach wenigen Stunden kamen wir am nächsten See an (Burns Lake), wo unsere Freunde bereits warteten. Unser Zelt durften wir hier auch aufschlagen, na bitte, bestens!

Zur Abkühlung haben wir dann erstmal unsere Stand-up Paddelboards aufgepumpt, sind auf dem See herumgeschippert und zur Erfrischung auch hineingehüpft.

So idyllisch der See auch war, er hatte seine Tücken in der Nacht: wir befanden uns genau zwischen einer stark befahrenen Strasse, Eisenbahnschienen und einem grossen Zeltplatz. Nachts wurden wir abwechselnd von lauten LKWs, von hupenden Zügen oder von brummenden Generatoren der Caravans genervt. Schlaf war Mangelware.

3. Tag: Smithers

Heute ging es weiter nach Smithers, was nur 2.5 Stunden entfernt war. Schön gemütlich ging es los, mit kurzem Stopp bei “der längsten Angel der Welt”…

…bevor wir in das gemütliche Dörfchen kamen. Smithers präsentierte sich zunächst recht ausgestorben (es war Sonntag), wir sollten es auf unsere Rückfahrt auch noch lebendiger antreffen.

Smithers hatte einen kleinen Skiort vor der Türe, den Hudson Bay Mountain. Dort fuhren wir hinauf, um dann eine herrliche Wanderung zu starten. Auf dem Weg kamen wir an kleinen Ferienhäusschen vorbei, um dann von einem Blumenmeer empfangen zu werden: die herrlichste Alpenpracht, die sich vor uns auftat.

Wir konnten uns nicht sattsehen an dem bunten Meer.

Von dort ging es weiter in Richtung Kratersee. Auf die Blumenpracht folgten nun steinige Anstiege, die uns herrliche Ausblicke auf das Tal bescherten.

Am Gipfel angekommen standen wir am Rande einer riesigen Schlucht – im Winter bestimmt prima zum Skifahren!

Lange verweilen konnten wir nicht, wir sahen vor uns die Regenwand bereits aufziehen und machten uns rasch auf den Rückweg. Wir waren zwar nicht schnell genug und wurden vom Regen eingeholt – aber für diese Wanderung haben sich die nassen Klamotten gelohnt! 🙂

Das wars dann auch erstmal mit dem schönen Sommerwetter. Die nächsten Tage sahen Regen voraus, konnten uns also schon mal daran gewöhnen.

Zum Glück haben wir an diesem Abend einen Platz mit einer kleinen Überdachung gefunden, so dass wir unser Zelt im Halbtrockenen platzieren konnten und sogar ein Lagerfeuer entzünden konnten.

Mehr gibt es im nächsten Teil…

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