Mal wieder bei diesem Thema angelangt: Heimat. Ausgelöst durch diesen spannenden Podcast: Auf Heimatsuche.

Was bedeutet Heimat? Und was ist Heimat für mich?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Was versteht man unter Heimat? Heimat, das kann eine Gegend sein, das können Menschen sein, das kann ein Gefühl sein. Ich glaube, für mich sind es alle drei Dinge. Und es sind Erinnerungen.

Ich lebe nun insgesamt seit 17 Jahren nicht mehr in Deutschland. Eine verdammt lange Zeit. Es folgten 8 Jahre Schweiz und nun bereits 9 Jahre Kanada.

In der Schweiz habe ich mich wohl gefühlt.Meine Liebe zu den Bergen, ganz besonders den Alpen, ist nach wie vor sehr gross. So richtig zugehörig habe ich mich allerdings nie gefühlt – ich glaube vor allem bedingt durch die Sprache. Ich mag das Schweizerdeutsch sehr, besonders das “Berndütsch” und ich wünschte, ich könnte es sprechen und nicht nur verstehen. Meine Versuche klangen aber immer nur lächerlich.

In Kanada habe ich mich etwas weniger “abseits” gefühlt – obwohl auch hier ein Sprachunterschied herrscht. Weil Kanada aber ein bunter Flickenteppich aus zahlreichen Nationen ist und es so viele Dialekte und Akzente gibt, fühle ich mich mehr integriert. Ich habe mir hier ein gutes Leben aufgebaut, es passt alles.

Aber Heimat? Nein, Heimat ist das nicht.

Wenn ich an Heimat denke, dann denke ich an Kindheitserinnerungen, an erste Eindrücke, erste Erlebnisse, erste Erfolge, erste Enttäuschungen. Ich denke an Familie, an Freunde, an Lieblingsplätze meiner Kindheit. Ich denke an Sprache und Dialekte, ich denke an Gerüche und Geräusche.

Heimat, das sind für mich wohl vor allem Wurzeln. Man wird so früh so stark geprägt. Auch wenn ich nun schon so lange nicht mehr in Deutschland lebe, so fühlt es sich doch immer vertraut an, wenn ich zurückkomme.

Mit Abstand sieht man erst einmal, was einem wichtig ist, was man wertschätzt – und auch, worauf man verzichten kann 🙂

Ist ja auch eine tolle Gegend, aus der ich komme, wenn ich mir das so anschaue “aus der Ferne” 🙂

So richtig weiss ich noch nicht, was ich mit diesen Erkenntnissen und Gefühlen anfange. Kanada ist nun erstmal “mein Zuhause” – aber Deutschland bleibt meine Heimat. (Lustig ist auch, das es für Heimat keine Übersetzung in andere Sprachen gibt – vielleicht ist Heimat also ein rein deutsches Empfinden :))

Werd mich nun noch etwas einmummeln, in dieses Heimatgefühl – und diesen dunklen Winterabend geniessen. Vielleicht mit Oerding im Hintergrund.

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