Dieser verregnete und kalte Frühling geht so langsam wieder einmal ziemlich aufs Gemüt. Zeit, etwas Neues zu lernen um sich abzulenken! 🙂

Ich habe am Wochenende einen Motorradkurs besucht. Ich habe zwar nicht vor, mir ein Motorrad zu kaufen, aber wissen, wie man eines fährt, kann ja nicht schaden. Wilson hat seinen Führerschein ebenfalls und besitzt ein halbes Motorrad. Gemeinsam mit einem Freund haben sie die letzen 2 Jahre ein Motorrad komplett selber zusammengebaut.

Also: wieder einmal in die Anfänger-Schuhe schlüpfen und zur Schule gehen.

Wir hatten zuerst zwei Abende Theorie (jeweils von 18:30 Uhr bis 22:30 Uhr), was mich ehrlich gesagt ziemlich geschlaucht hat. Vier Stunden nach einem langen Arbeitstag theoretische Beispiele anzuhören, erklärt zu bekommen, wie ein Motorrad in der THEORIE funktioniert (mit allen Knöpfen und Schaltern und Pedalen) und Beispiele von Motorradunfällen gezeigt zu bekommen, das kann schon mal auf das Gemüt schlagen.

Als ich am Samstag dann zum Praxiskurs antrabte, war ich ziemlich nervös: klang ganz schön kompliziert, wie ein Motorrad funktioniert. Was, wenn ich mit dem Ding umfalle? Wenn es plötzlich unter mir losschiesst? Ich irgendwo reinfahre? Oder mich grundsätzlich zu dumm anstelle?

Ausserdem wusste ich bis dahin ja noch gar nicht: wird mir das gefallen? Warum mache ich das hier nochmal?

Wir waren eine Klasse von 13 Personen, gemischtes Alter (von 17 bis 51), 3 Frauen (mit mir), der Rest Männer. Die meisten Teilnehmer wussten entweder schon genau, was für ein Mottorad sie sich kaufen wollten oder besassen sogar schon eines.

Ich: nada. Ich hab keine Ahnung von Motorrädern, ich kann auch nicht sagen, was ich am liebsten fahren möchte, wenn ich doch noch nie auf so einem Ding gesessen habe!

Und damit ging es zur Sache. Wir bekamen Helme und Handschuhe und durften uns dann alle auf eines der Schul-Motorräder setzen. Die Motorradschule stellte unterschiedliche Modelle zur Verfügung, damit man sich ausprobieren kann (jippieh) – meine erste Wahl: der Rebel 🙂

Damit ging es also los. Erstmal Schalter in der Praxis kennen lernen, dann Kupplung bedienen, dann Kupplung mit Gas und gaaaaaaanz vorsichtig herumrollen. Hihi, war schon ein komisches Gefühl, auf so einem schweren Ding zu sitzen, darauf zu achten, den Kopf mit dem schweren Helm immer aufrecht zu haben, und langsam um die Kurven zu lenken.

Schulklasse auf dem Parkplatz

Der Rebel war nicht ganz so sehr mein Freund, tat irgendwann verdammt weh in den Handgelenken, weil man sich so weit strecken musste. Also das nächste Model. Insgesamt habe ich an diesem Tag 4 Modelle getestet.

Am ersten Tag lernten wir das Anfahren, Kurven fahren und Bremsen. Unterricht von 15 Uhr bis 21 Uhr – nach diesen 6 Stunden war ich wieder komplett erschlagen.

Am zweiten Tag kam dann das Schalten dazu – und jede Menge Parcour fahren. Um Hütchen herum, an Schildern vorbei, auf plötzlich aufpoppende Schilder reagieren…jungejunge, das war eine ganze Menge. Die extra Herausforderung dabei: es regnete. Und teilweise nicht zu knapp. Fein, dann lerne ich gleich, im Regen zu fahren 🙂

Am Ende des Tages stand dann der grosse Test. Jeder musste einzeln durch zwei verschiedene Parcours fahren (und so Dinge machen wie Zickzack fahren, so langsam wie möglich fahren, beschleunigen und abbremsen, Kurven fahren, anhalten und anfahren).

Auch hier war ich nervöser als gedacht – aber: tadaaaaa, ich habe bestanden. So wie jeder aus unserem Kurs (was wohl nicht sehr üblich ist).

Mit diesem Test konnte ich nun auch am letzten Tag des Kurses teilnehmen: auf der Strasse fahren. Am Montag abend hatten wir unser letztes Zusammentreffen und sind mit unserem Lehrer durch die Wohngegend gefahren. Muss mich noch stark an das Schalten gewöhnen – aber die 4 Stunden gingen vorbei wie im Flug und es war recht spassig, mal etwas aufs Gas drücken zu können 🙂

Mit diesem Vorkurs darf ich nun offiziell auf der Strasse fahren, allerdings mit Einschränkungen (nur tagsüber, ohne Beifahrer). Dann habe ich bis September Zeit, um meine offizielle Motorradprüfung abzulegen, damit ich den eigentlichen Motorradführerschein bekomme.

So, jetzt habe ich also ein neues Hobby an der Backe 🙂 Am Wochenende wollen Wilson und ich mal gemeinsam losziehen, bin ja gespannt, wie das wird.

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