Wir kamen gestern von einer sch├Ânen zweit├Ągigen Wandertour inklusive Zelten zur├╝ck. Schon toll, wie man sich am Wochenende aus dem Alltag herauskatapultieren kann und in einen v├Âllig anderen Rhythmus eintaucht.

Diesmal haben wir das Stein Valley erkundet. Dies ist ein riesiger (rund 1000 km2) grosser Nationalpark, der das Tal entlang des Fraser Rivers umfasst. Es gibt einen 96 km langen Wanderweg, der durch den gesamten Park f├╝hrt, am besten also als Mehrtagestour durchf├╝hrbar. Wir hatten nicht vor, das gesamte Tal zu durchkreuzen, aber wollten einen Geschmack bekommen. Der Plan war, am Samstag so weit wie m├Âglich ins Tal hinein zu wandern, zu zelten, und am n├Ąchsten Tag wieder zur├╝ck zu wandern.

Am Freitag nachmittag packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Die Fahrt sollte ca. 3.5 Stunden dauern – doch schon in Vancouver erwartete uns heftiger Stau. Geschlaucht von einer anstrengenden Woche hielten wir unterwegs auch an, um uns ein leckeres Abendessen zu g├Ânnen – das erste Mal seit Monaten wieder in einem Restaurant!

Dann kamen wir an in Lytton, von wo aus wir den Fluss ├╝berqueren sollten, um zum Parkeingang zu gelangen. Was wir bei unsere Planung ├╝bersahen: der Fluss liess sich nur mit einer F├Ąhre ├╝berqueren. Und die fuhr momentan nicht, weil der Wasserstand zu hoch war. Es war 22 Uhr. Unsere Alternative: das Tal entlang bis zum n├Ąchsten Dorf, Lilloett, zu fahren, dort ├╝ber die Br├╝cke auf die andere Seite zu gelangen und wieder zur├╝ck zum Park zu fahren. Die Krux: der Weg auf der anderen Seite war nur ein schmaler Schotterweg.

Wir nahmen den Umweg – und kamen schliesslich um 00.30 Uhr beim Park an. Wir konnten uns gerade noch aufraffen, unser Zelt vor dem Auto aufzuschlagen und schliefen alle drei (Ace inklusive) binnen Minuten ersch├Âpft ein.

Am n├Ąchsten Morgen wurden wir dann von 2 jungen Rehen begr├╝sst, die den Parkplatz inspizierten.

Wir bauten das Zelt ab, schnappten unsere Rucks├Ącke – auch Ace bekam seinen kleinen Rucksack auf – und machten uns auf den Weg.

Der Wanderweg war einmalig: entlang am Fraser River wand sich der Pfad, meist flach, ab uns zu ging es auch mal rauf und wieder runter.

Der Name “Stein” kommt nicht, wie von mir vermutet, von den vielen “Steinen” die man hier sieht, oder dem Paradies f├╝r Steinb├Âcke, die uns leider nicht begegneten – sondern von den Einheimischen, in deren Sprache das Wort “stagyn” versteckter Ort bedeutet.

Es gab auch einige Pl├Ątze, die von den First Nations regelm├Ąssig besucht und geheiligt wurden. Besonders sch├Ân fand ich den “Korkbaum”, der als heiliger Baum verehrt wurde. Seine Rinde hat ein unglaublich sch├Ânes Muster und f├╝hlt sich an wie Kork.

Das Tal mit seinen steilen Felsw├Ąnden, in denen man zahlreiche Spuren von Wildtieren erkennen konnte, ├╝berzogen mit H├Âhleneing├Ąngen, eignete sich perfekt f├╝r Steinb├Âcke und allerlei Wildtier. Aber wir sahen nichts – ausser einem jungen Schwarzb├Ąr, der sich jedoch schnell in den B├╝schen versteckte.

F├╝r Ace waren die Highlights die zahlreichen Br├╝cken├╝berquerungen: seit seinem letzten “Unfall”, wo er auf einer Wanderung von einem Baumstamm abgerutscht und in den Fluss gefallen ist, missf├Ąllt ihm jede Art von Fluss├╝berquerungen. Wir mussten ihn jedes Mal an die Leine nehmen und vorsichtig ├╝ber die Br├╝cken f├╝hren.

Und dann war da auch der “Dschungel”: nach ca. 18 Kilometern war der Weg komplett ├╝berwuchert, so dass wir uns durch dornige B├╝sche durchk├Ąmpfen durften – jaha, sch├Âne Beine sehen anders aus ­čśÇ

Nach 26 Kilometern war bei mir dann die Luft raus: ein guter Zeitpunkt, um das Zelt aufzuschlagen. An sich h├Ątte sich das f├╝r einen idyllischen Abend angeboten – wenn da nicht die vielen Moskitos gewesen w├Ąren, die sich heisshungrig ├╝ber uns beide hermachten….also: keine Fotos vom Zeltplatz, war zu sehr damit besch├Ąftigt, mich vor den M├╝cken zu verstecken ­čÖé

Am n├Ąchsten Tag ging es dann 26 km wieder zur├╝ck, mit tollstem Sonnenschein und guter Laune.

Um 16 Uhr waren wir wieder zur├╝ck am Auto. Die Fahrt zur├╝ck ging wieder entlang des schmalen Waldpfades f├╝r eine Strecke – diesmal im Tageslicht, wundersch├Âne Aussichten von hier!

Auf unserem R├╝ckweg gab es dann erneute Pannen: eine Zufahrt war gesperrt (Autounfall), auf der anderen Strecke gabs Stau…so dass wir wieder einmal erst kurz vor Mitternacht zu Hause ankamen.

Aber: es war ein tolles, erlebnisreiches und wundersch├Ânes Wochenende mit viel Natur, frischer Luft und Sonnenschein. Was will man mehr? ­čÖé

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