Weils so schön ist, gibt es mal wieder eine Wandergeschichte 🙂 Die Wettervorhersage sah ganz prima aus fürs Wochenende, da haben wir uns mal wieder ein schönes Wanderziel gesteckt: es sollte diesmal sogar über einen Gletscher gehen rauf auf zwei Gipfel, Mount Cook und Mount Moe. Dazu haben wir uns am Freitag noch extra Schneeschuhe besorgt (damit man in dem sommerlich weichen Schnee weniger stark einsinkt) und ein wenig unsere “Gletscher-Rettungstechniken” aufgefrischt (nach unserem katastrophalem Ende von unserer Kletterei auf den Sky Pilot vor wenigen Wochen).

Um 5 Uhr morgens ging es am Samstag los (*gähn*, verdammt, wenn man Berge liebt, stört das oft den Schlaf). Wir waren gegen 7.30 Uhr am Startpunkt für unsere Wanderung angelangt – da standen schon jede Menge Autos und eine Gruppe von mindestens 30 Koreanern.

Hmpf, ganz vergessen, dass unsere Wanderung direkt an einen “Instagram Highlight” vorbeiführt: Wedge Mountain mit seinem smaragdblauen Bergsee und ein paar Gletscherüberresten. Der Weg rauf zum See ist nicht wirklich kompliziert – nur einfach verdammt steil. Auf 7 Kilometern erklimmt man 1300 Höhenmeter. Am Anfang kam ich mir vor wie auf einer Ameisenstrasse, so voll war es. Hat sich aber nach einer Weile zum Glück etwas gelegt.

Leider sah das Wetter in den Bergen nicht ganz so prima aus wie in der Wettervorhersage: je höher wir kamen, desto nebliger, feuchter und damit auch kühler wurde es.

Nach knapp 3 Stunden kamen wir am See an – das Ziel der meisten anderen Wanderer. Es ist definitiv ein schöner Ort (er war noch etwas schöner, als wir hier während der Covid-Pandemie fast alleine waren). Heute war es aber auch verdammt kalt hier oben – und wir hatten noch weitere 700 Höhenmeter vor uns. Zu dumm, dass wir keine Handschuhe eingepackt hatten. Also erst einmal: kleine Verschnaufpause und Aussicht geniessen.

Dann ging es weiter mit unserer nächsten Etappe. Wir waren ziemlich schnell im dicksten Nebel drin. Da wurde uns schon klar: mit einer Gletscherüberquerung wird das heute wohl nichts. So sicher ist meine Wissen zum “Rettung aus Gletscherspalten” dann doch wieder nicht – und ich hatte auch wenig Lust, im Nebel ausversehen in so eine Spalte reinzurutschen. Aber erstmal: rauf auf den ersten Gipfel (ohne Gletscher).

Auf 2600 Metern Höhe angekommen, direkt am Fusse des ersten Gipfel, Mount Cook, hatten wir dann genug. Wir trafen hier oben noch zwei weitere ambitionierte Wanderer – aber wir entschlossen alle, dass es sich nicht lohnt, im Nebel die Schnee-und Eisfelder zu überqueren, nur, um ein paar Gipfel zu jagen. Stattdessen erfreuten wir uns an einem pummeligen Murmeltier, was hier oben fröhlich rumrannte, assen schnell etwas und machten uns dann zügig wieder an den Abstieg (es war zu kalt, um hier länger zu verweilen).

Zu dumm, da hatten wir unsere Schneeschuhe und Kletterseil ganz umsonst mitgeschleppt…aber: better safe than sorry 🙂

Der Abstieg war dann auch noch etwas lustig, da er einfach über eine ewig lange Geröllhalde führte und es beinahe unmöglich war, hier einen Weg, geschweige denn Orientierung zu finden. Aber irgendwie (und dank GPS Geräten) kamen wir schliesslich wieder am See an.

Insgesamt waren wir 8.5 Stunden unterwegs und haben 17 Kilometer und 1900 Höhenmeter bewältigt. Nicht schlecht – ein intensiver und lohnenswerter Tag. Den Gletscher möchte ich eines Tages aber noch überqueren – zu dumm nur, dass er an dem Instagramm-See vorbeiführt, auf den Massenansturm kann ich verzichten. Vielleicht….bei der nächsten Pandemie 🙂

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