So langsam beginnt der Sommer auch hier in Vancouver! Während wir bisher bei 16C Grad rumkrebsten und Europa (genauso wie der Osten von Kanada) von Hitzewellen überrannt wird, haben wir am Wochenende endlich die 20C Grad Marke geknackt: das nenne ich Sommer 😀

Und dieses gute Wetterfenster haben Wilson und ich für einen kurzen Abstecher auf die Vancouver Island genutzt. Um dem Ferienverkehr zu entgehen, haben wir diesmal das Auto an der Fähre stehen gelassen, unsere Campingsachen in zwei riesige Rucksäcke gepackt und sind mit Max gemütlich auf die Fähre gelaufen. Max’s erste Fährfahrt: prima. Wir haben sogar Buckelwale von der Fähre gesehen!!! (Leider konnte ich davon keinen Fotos knipsen, zu weit weg).

Auf Vancouver Island hat uns Tim abgeholt, der mit uns zwei Wanderungen machen wird.

Der Samstag startete noch nicht ganz so sommerhaft: das Wetter war etwas bewölkt, besonders in den Bergen hing eine neblige Suppe – aber es war weitestgehend trocken.

Wir starteten mit einem Gipfel, den Wilson schon seit langem besteigen wollte: den 5040 Peak (der so heisst, weil er 5040 feet, das sind 1567 Meter, hoch ist). Eigentlich eine kurze und knackige Wanderung – 3.5 Kilometer lang und 900 Höhenmeter. Doch je kurzer die Strecke und je grösser die Höhenmeter – desto steiler der Weg 😀

Es ging also von Anfang an ziemlich knackig bergauf, mit vielen Wurzeln und ein paar schönen Wasserfällen.

Je höher wir kamen, desto dichter wurde der Nebel…hm, wird wohl nichts mit der guten Aussicht heute :).

Nach einer Weile erreichten wir einen kleinen See (noch etwas eingefroren) und damit auch die Schneegrenze. Ich war überrascht, wieviele Leute sich hier tummelten – zum grössten Teil mit Zeltausrüstung. Ende Juni – wir hatten nicht nur ein langes Wochenende, sondern auch Sommerferien!

Wir kamen schliesslich an einer Berghütte vorbei: im Winter kann man hier angeblich gut Skifahren (bin noch nicht so überzeugt davon) und dann in der Hütte übernachten. Wir stapften erstmal munter weiter durch den Schnee bis hinauf zum Gipfel.

Oben angekommen konnten wir fast die Sonne spüren und Schnee lag auf dem Gipfel auch keiner – verkehrte Welt 😀

Nach einer kurzen Pause ging es wieder hinunter – alles in allem: prima Wanderung.

Als nächstes Ziel mussten wir uns einen schönen Platz zum Übernachten suchen – und nach kurzer Suche hatten wir Glück: wir fanden einen verlassenen Waldweg, der zu einer grossen “gesperrten” (hier konnte keiner drüberfahren) Brücke führte. Hier bauten wir unser Zelt auf und genossen den Abend – perfekt!

Am nächsten Morgen wurden wir von herrlichem Sonnenschein geweckt: heute sollten wir eine tolle Aussicht vom Gipfel bekommen. Unser Ziel: Triple Peak. Eine ebenfalls steile Wanderung, etwas länger – aber noch eine Ecke schöner als der 5040 Peak. Wir wanderten entlang an Wasserfällen, kletterten über riesige Felsen – was eine ziemliche Herausforderung für Max wurde. Er wurde an einigen Stellen angeseilt, damit er sich mit unserer Hilfe zu einem “Kletterhund” verwandeln konnte 🙂 Ging zum Glück alles gut.

Nach einigen Stunden kamen wir an einem wunderschönen See an. Auch hier standen bereits die ersten Zelte – aber es war längst nicht so viel los, wie auf dem anderen Gipfel. Vermutlich auch, weil der Weg viel schwieriger war (besonders mit grossem Rucksack).

Um den eigentlich “Triple Peak” zu erreichen, hätten wir eine Kletterausrüstung und Steigeisen benötigt – was mit Max nicht möglich ist. Also genossen wir die Zeit am See und erkundeten die Gegend rundherum ein wenig.

Ein hervorragender Tag!

Der Abstieg war dann doch noch etwas herausfordernd – den Max musste ja nun auch die Kletterwege wieder hinunter und nahm das ein oder andere Mal eine Abkürzung, die nicht so ideal war (“huch, hier ist der Weg zu Ende…ich faaaaaaaalle….bin unten!”) – aber zum Glück lief alles ohne Schaden ab 😉

Für Wilson, (einem sehr müden) Max und mich hiess es anschliessend: zurück auf die Fähre und ab nach Hause, während Tim noch ein paar weitere Tage die Gegend erkunden würde.

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