Mein Deutschlandabenteuer hat begonnen! Ich möchte diesmal zwei Monate in Deutschland verbringen und von hier aus arbeiten. Als Freiberufliche bin ich ja eigentlich flexibel, meine meisten Projekte finden komplett “remote” statt (wobei ich immer versuche, den persönlichen Kontakt aufzubauen und mich, wenn möglich, mit Menschen auch direkt treffe) – wenn da nur nicht der Zeitunterschied von 9 Stunden wäre.
Ich habe schon einige Male versucht, Kunden in Deutschland zu finden – aber das hat letztlich nie geklappt, weil die Bürozeiten genau entgegengesetzt sind: wenn in Deutschland die Menschen ins Büro strömen, gehe ich gerade ins Bett. Und wenn sie Feierabend mache, stehe ich auf :D.
Doch umgekehrt ist es ganz gut machbar: wenn meine Kunden in Toronto starten (nur 6 Stunden Zeitunterschied), dann ist hier in Deutschland gerade Nachmittag. Ich kann also prima von 15 Uhr bis 21/22 Uhr für Meetings zur Verfügung stehen und tagsüber arbeiten.
Und das ist mein momentanes Experiment: ich habe für die nächsten zwei Monate Aufträge mit kanadischen Kunden, werde aber hier in Deutschland sitzen und bin so wieder der deutschen Kultur und Sprache näher, ohne mein Einkommen zu verlieren 🙂 Mal sehen, wie sich das nach zwei Monaten anfühlt.
Wilson ist in Kanada geblieben (für ihn wäre es etwas schwieriger seine Verkaufsgespräche komplett aus Deutschland zu führen), kommt aber Mitte September für einen kurzen Besuch.
Mein Deutschlandbesuch hat diesmal im Ruhrgebiet begonnen, wo ich meine Tante, Cousin und Cousine besuchte. Ein schöner Auftakt – und es tat gut, einmal etwas Zeit mitzubringen und sich nicht nur zu einem Familienfest zu treffen. Von dort ging es nach Fulda, ebenso eine Wiedersehensfreunde mit den Geschwistern und Neffe und Nichten, die viel zu schnell grösser und älter werden.
Meine zweite Woche habe ich dann in Neustadt an der Weinstrasse verbracht. Einmal eine ganz neue Gegend, die Pfalz – und dies nur, weil Coco hier mittlerweile wohnt, und mit ihr musste ich auch auf jeeeeeden Fall Zeit verbringen.
Ich bin ganz entzückt von dem Weinstrassengebiet. Zum einen hatte ich eine echt tolle Vermieterin, Bianca, für meine Ferienwohnung – bei uns hat es gleich geklickt. Es gab da einige Überschneidungen an Erfahrungen und Interessen – sie hat ebenfalls jahrelang in der Schweiz gelebt, sie liebt das joggen (war einmal Marathonläuferin und dann Lauftrainerin), ihre Eltern sind ebenfalls aus Schlesien vertrieben worden (Nähe Breslau, scheint ein neues Thema zu werden) und ist nun Wein-und Kulturbotschafterin. Bianca hat mich sofort zu Weinfesten eingeladen und mir tolle Tips gegeben.
Meine Neustadtwoche sah in etwa so aus:
Morgens habe ich den Tag mit einer 7-10 km langen Joggingrunde gestartet, dann gearbeitet, ab 16 Uhr gab es Meetings und abends habe ich mich entweder mit Coco getroffen oder war mit Bianca unterwegs.
Hier mal ein paar Eindrücke vom Joggen:






Egal wo man ist, man ist immer von Weinfeldern umringt und spürt die Weinkultur durch und durch – super schön!








Neustadt selbst ist ein richtig gemütliches Städtchen, schon etwas touristisch und auch mit einem eher hohen Altersdurchschnitt – aber es hat Flair und viele nette Menschen.











Ringsherum gibt es zahlreiche “Hügel” mit Burgen und einfach jeder Menge Geschichte (das Hambacher Schloss gilt als “Wiege der deutschen Demokratie”). Es gibt noch so vieles zu entdecken hier, ich muss unbedingt wiederkommen.









Und die vielen Winzer und Weingüter hier! Ein Traum – auch das ist ein Grund, wiederzukommen, hier gibt es jede Menge hervorragenden Wein.


















Am Wochenende habe ich dann toll Wanderungen mit Coco und Frank unternommen. Der Pfälzer Wald ist wunderschön – mit viel Heide, Eidechsen, Kiefern, jeder Menge Ruinen versteckt im Wald und schönen Hütten mit vielen Leckereien zur Stärkung zwischendurch.









Als kleines Highlight gab es auch noch eine Fahrt im Porsche für mich (ich durfte Frank’s Auto für eine kurze Strecke fahren :D). Fuhr sich gut!



Alles in allem: ein hervorragender Start in mein Deutschland-Experiment!
Jetzt bin ich auf dem Weg nach München – dort gibt es mehr Berge, weitere Freunde und ausserdem internationale Firmen, vielleicht kann ich neue Kontakte knüpfen. Man darf weiter gespannt sein 🙂
