Was für eine Woche. Ich kann gerade nicht fassen, dass ich nun tatsächlich an dem Punkt bin, von wo aus ich ZURUECK schauen kann auf das Chaos…ich bin durch. Habe es bis hierhin geschafft.

Aber vorerst: noch einmal zurück.

Der Umzug hat mich die Wochen noch sehr auf Trab gehalten. Nach Feierabend ging es jeden Abend mit Sortiererei, Packen und Ausmisten weiter. Am Dienstag hat sich dann tatsächlich noch jemand auf mein Inserat für das Sofa gemeldet – dessen Verkaufspreise ich mittlerweile auf 80 CHF reduziert hatte, also fast geschenkt für ein kaum 1 Jahr “junges” Sofa. Und diese Person kam das Sofa tatsächlich an demselben Abend noch abholen! Es war ein junges Pärchen, die auf der Suche nach neuer Einrichtung waren. Da waren sie bei mir im Paradies – ich habe ihnen angeboten, alles mitzunehmen, was sie gebrauchen konnten, da es am nächsten Tag sowieso durch das Hilfswerk abgeholt wird.

Und sie haben noch jede Menge Gegenstände gefunden – somit konnte ich wenigstens noch jemanden glücklich machen, was mich glücklich gemacht hat.

Am Mittwoch kam dann die Person vom Hilfswerk und hat sich in mein Kisten-und-Krams-Chaos angeschaut. Mitnehmen konnte er es direkt nicht, es musste ein Termin für den nächsten Tag vereinbart werden. Zudem wollte er es auch nicht umsonst abholen…

Und dann habe ich doch mal um Hilfe gebeten. Am Mittwoch Abend kam ein Arbeitskollege vorbei, der mir extrem geholfen hat: wir haben einerseits Kisten sortiert und alle Gegenstände so zusammengepackt, dass sie schnell aus der Wohnung getragen werden könne.

Tobi, der Helfer
Tobi, der Helfer

Zudem hat er mir beim Koffer packen geholfen: Meine “wichtigsten” Gegenstände mussten auf 2x23kg reduziert werden. Meine Koffer habe ich sicherlich 5x gepackt, jedes Mal ging es wieder los: es muss NOCH WENIGER mit, also, was kann weg??

Pack-Chaos
Pack-Chaos – wie soll das alles in den Koffer?
Do Something
Do Something

 

Nachdem dank Tobi irgendwie Struktur in das Chaos kam – ich bewundere es noch immer, wie man so klar denken kann! – ging es weiter: das Abschiedsapero für den nächsten Tag musste vorbereitet werden und so haben wir bis nachts um 1 Uhr noch Erdbeer-Tiramisu und Blätterteigstückchen gemacht (ja, da hat das Mutter-Gen abgefärbt).

Am Donnerstag Morgen kam um 07.30 Uhr der Mann vom Hilfswerk und hat alle Gegenstände und restlichen Möbeln mitgenommen. Eine Stunde habe ich mit Schleppen verbracht, dann ging es ab ins Büro. Der quasi letzte Arbeitstag, da ich am Freitag nur noch meine Sachen abgeben musste.

Um 17 Uhr startete dann mein Abschieds-Apero. Und auch hier wieder: dank tatkräftiger Hilfe habe ich noch in 45 Minuten tolle Kunststücke zaubern können und hatte ein feines Buffet fertig.

Abschieds-Apero
Abschieds-Apero
Abschieds-Apero
Abschieds-Apero

Mein Chef und die meisten Personen aus meinem Team (die überwiegend in unserem Office in Zürich und nicht in Bern arbeiten) waren nicht anwesend. Mein Chef meinte nur: es ist kein Abschied, du wirst als externe Mitarbeiterin bei uns bleiben und wiederkommen, daher werde ich auch keine Abschiedsrede halten.

Die Einstellung fand ich eigentlich auch toll. Dennoch war ich extrem gerührt, als plötzlich meine liebe Arbeitskollegin Romy vor mir stand und mir eine Tüte in die Hand drückte mit…hui, Andenken an die Schweiz und einem Startkapital für Kanada. So haben sich alles aus Bern verabschiedet und es war ein feines Fest – und ich war wieder erst um 1 Uhr zu Hause.

Am Freitag morgen ging es um 6 Uhr morgens dann mit putzen los. Bei einer Wohnungsabgabe in der Schweiz wird auf jede noch so kleinste Kalk- und Schmutzecke geschaut, putzen ist daher eine echte Wissenschaft. Ich habe 6 Stunden am Stück geschrubbt und geputzt – aber schliesslich war auch das geschafft:

Leer
Leer – ich glaub es nicht
Geschafft
Geschafft
Wohnungsabgabe
Wohnungsabgabe

Dann noch einmal ins Büro, alle Gegenstände abgeben und ein letztes Mal sich verabschieden.

Um 16 Uhr war dann die Wohnungsabgabe. Auch die verlief reibungslos, juhu.

Nun noch die Abschiedsrunde bei den Nachbarn…ich fasse es nicht, dass ich tatsächlich ausziehe! Ich habe mich sehr wohl gefühlt bei uns im Haus!

Nun obdachlos lag die nächste Station bei Anna und Oli, bei denen ich eine Nacht verbringen durfte. Dank Romy hatte ich auch für diesen Weg Unterstützung! Mit all meinem Gepäck konnte ich mich nicht mehr zum Bus schleppen – und so hat sie ihren Papa, der mein Fast-Nachbar ist, beauftragt, mich doch eben zu meiner Freundin zu fahren – wie lieb!!!

Mein Gepäck
Mein Gepäck

Bei Anna und Oli angekommen, ging es weiter: sie haben einen perfekten Abschiedsabend organisiert und ein Raclette-Essen vorbereitet! So sassen wir noch einmal an einem schönen Sommerabend zusammen.

Raclette-Abend
Raclette-Abend
Raclette-Abend
Raclette-Abend: Oli bereitet alles vor
Oli und Anna
Oli und Anna
Anna the best
Anna the best

 

Heute morgen war die nächste Station bei Joli und Miriam: die haben mich zum Frühstücks-Brunch eingeladen. Auch hier gab es einen schönen Abschied!

Brunch
Brunch
Joli und Miri
Joli und Miri

Und schliesslich war Romy wieder zur Stelle: sie hat mich abgeholt und mir ihrem Freund nach Zürich gefahren, damit ich mit meinem Gepäck überhaupt irgendwo ankomme.

Romy und Stefan
Romy und Stefan

Hier in Zürich verbringe ich die letzte Nacht in einem Hotel in der Nähe vom Flughafen, da es morgen früh losgeht.

Hotel in Zürich
Hotel in Zürich

Und jetzt mache ich mich auf den Weg zum Flughafen, um mein grosses Gepäck schon einmal einzuchecken – alles auf einmal werde ich nämlich nicht alleine zum Flughafen bekommen 🙂 Mal schauen, wie diese letzte Etappe verläuft.

Ich bin erstmal soooooo dankbar, dass ich so viele liebe Menschen um mich herum habe – es ist unfassbar!!!

Tolle Menschen
Tolle Menschen

 

5 thoughts on “Umzugschaos: Etappe 2”

  1. Respekt!! Ich bin fasziniert, wie du das immer wieder hinbekommst und wir wünschen aus Künzell ganz, ganz viel Erfolg bei Kanada Reloaded!

  2. 🙂 Diesmal war es auch ein rechter Kampf. So schnell mach ich das nicht mehr…Ich glaub, mit der Zeit wirds eher schlimmer als besser; dabei dachte ich, ich hätte Routine – haha!
    Ebenfalls liebe Grüsse – vom Münchner Flughafen, von wo aus es gleich weiter nach Toronto geht.

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