Das Highlight meines Wanderurlaubs war eine kleine Herausforderung für mich: rauf auf den Mont Blanc (4800 Meter). Mein höchster Berg bislang.

Nach unserer 4-tägigen Wanderung ging es für einen Teil der Gruppe (Peter, Philipp, Anna, Emil und mich) zurück zum Ausgangsort, St Gervais-les-Bains.

Wir gaben uns einen Tag Ruhepause (Dusche, leckeres Essen, Schlaf) und genossen die Aussicht dieses herrlichen Bergdorfes.

Was nicht besonders half war, dass ich erst jetzt die Zeit nahm, um etwas besser den Aufstieg zum Mont Blanc zu recherchieren (nachdem Philipp irgendetwas von anseilen und schmalem Grad erwähnte…). Doofes Internet – das ist nämlich voll mit Informationen, Bildern, wirren Geschichten und Videos, die einen ganz schön abschrecken oder in die Irre führen können.

Ich finde das Video natürlich nicht mehr, auf das ich stiess – aber es zeigte ein paar verrückte Stellen mit ängstlichen Personen, so dass ich die Nacht vor unserem Aufstieg doch etwas nervös wurde: würde ich es schaffen mit meiner Höhenangst?

Montag morgen, erster Teil unseres Aufstiegs. Peter, Anna und ich, die Mont Blanc Gang, trafen uns an der Zahnradbahn, die uns auf 2300 Meter bringen würde. Philipp begleitete uns mit Emil auf dem Rücken und wird bis auf 3100 m aufsteigen.

Und dann ging es erstmal über Stock und Stein ein langes Geröllfeld rauf.

Auf 3100 Metern waren wir bei der “Tête Rousse Hut” angelangt. Hier kehrt Philipp nun um, während wir drei uns auf den weiteren Aufstieg machten. Wir kamen auch schon schnell an die erste kritische Stelle – die ich aber zum Glück (dank meiner Unwissenheit) als gar nicht so kritisch empfand. Erst später und vor allem auf unserem Abstieg wurde mir bewusst: riskant!

Wir mussten einen “Couloir” überqueren, dieser war eine einzige Steinschleuder. Auf unserem Aufstieg gab es keine Probleme – aber unser Abstieg sah in etwa so aus:

Steinschlag im Grand Couloir

Anschliessend ging es ans kraxeln: quasi schnurstracks gerade hinauf ging es an grossen Felsen entlang, was ein wenig Kletterei erforderte – das war der spassige Teil!

Am frühen nachmittag erreichten wir unser Ziel, die Gouter Hütte auf 3800 Metern. Hier würden wir etwas Kraft schöpfen, bevor es nachts um 2 Uhr zur Gipfelbesteigung ging.

2 Uhr nachts: schnell etwas gefrühstückt, Schuhe an, Steigeisen an, Helm auf, Stirnlampe drauf, angeseilt – und los gehts.

Noch ist es duster, wir stapfen mit ca. 40 anderen Personen durch den Schnee, es ist still, man hört nur das laute Atmen. Ein Fuss vor den anderen, kein anderer Gedanke zählt. Ich bin vorne bei unserer Seilmannschaft, bestimme also das Tempo – langsam und beständig.

Vor uns die kleinen Stirnlampen, langsam geht die Sonne auf: ein gigantisches Erlebnis.

Dann meine nächste Hürde: les Bosses. Ein schmaler Grad, auf dem man entlang wandern muss. Rechts geht es in 45 Grad nach Italien, links nach Frankreich. Meine Höhenangst setzt ein, aber ich führe die Gruppe und muss weiter. Schritt für Schritt, nur nach vorne schauend, die steilen Abgründe ignorierend. Schritt für Schritt…

Peter auf dem Grad

6 Uhr morgens, knapp 4 Stunden haben wir gebraucht bis wir auf dem Gipfel stehen. 4800 Meter, ich fasse es kaum: ich habe es tatsächlich geschafft!

Uuuuund alles wieder rückwärts: zurück über den Grad, durch nun fast schon sulzigen Schnee. Es ist ein warmer Sommer. Auf unserer Rückkehr treffen wir auf zahlreiche Gruppen, die jetzt erst starten. Ich möchte nicht tauschen: bei der Hitze 1200 Meter durch Sulzschnee? Nein danke.

Um 9 Uhr sind wir wieder an der Gouter Hütte: kurze Pause, Wasser auffüllen, verschnaufen, bevor es zum letzten Abstieg zur Zahnradbahn geht.

Nun also nur noch die Felsen runterkraxeln (runter ist schwieriger als rauf), durch die Geröllschleuder durch (ja, wir hatten zittrige Beine, besonders anchdem wir eine Gruppe sahen, die während des Steinschlages den Couloir durchquerte…zum Glück nichts passiert) und das eeeeeendlose Geröllfeld zurück zur Bahn.

Von 4800 Meter runter auf 2300 Meter innerhalb von 12 Stunden (inklusive Pause) – ja, wir waren ein klein wenig k.O., aber überglücklich.

Mont Blanc Erlebnis: 1A. Abgehakt, nächstes Abenteuer 🙂

Hier noch eine Zusammenfassung des Aufstiegs von meiner YouTube Recherche:

Und nun: zurück zum Alltag 🙂

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