*Rumms*. Zurück in der Neuen Welt, zurück in Vancouver.

Unsere Rückreise  hat sich ziemlich hingezogen, wir waren insgesamt 18 Stunden unterwegs. Von Frankfurt aus ging es direkt nach Seattle (9 Stunden Flug), also direkt an die Westküste. Dort mussten wir dann umsteigen – doch die Amerikaner machen ja gerne alles extra super kompliziert. Zunächst wurden wir in dem Ausgangstunnel  (dem Schlauch direkt am Ausgang des Flugzeugs) für circa 30 Minuten “festgehalten” – weil jeder Passagier durch die Zollabfertigung musste (und die in den USA extra gründlich durchgeführt) und 3 grosse Flieger mit internationalen Passagieren zur gleichen Zeit ankamen. Prima. Total gerädert nach einem langen Flug war das nicht unbedingt etwas, was meine Stimmung aufgeheitert hat.

Als wir uns dann endlich an die endlos lange  Warteschlange anstellen durften, vergingen dort nochmals etwa 30 Minuten – und dann die Zeremonie mit dem “Wo kommen Sie her? Wo wollen Sie hin? Wollen Sie in die USA? Warum sind Sie unterwegs?” (“Mensch, Junge – ick will einfach nur nach Hause. Und n Schluck Wasser wär auch ganz nett – können wir die doofen Fragen also bitte lassen?” Der Dialog fand natürlich nur in meinem Kopf statt…).

Nach der Fragerunde  kam dann die Sicherheitszone: Gürtel aus, Schuhe aus, Laptop raus, blablabla. Ich hab dann noch ne extra Sicherheitsrunde drehen dürfen: weil ich ein Stück Papier (ja, so etwas mordsgefährliches) in meiner hinteren Hosentasche stecken  hatte , wurde ich bis auf die Unterhose genauestens untersucht.

Mit der Sicherheitszone war aber noch nicht alles beendet: nun mussten wir alle unser Gepäck abholen (das sich mittlerweile stapelte, weil die Kontrollen vorher so ewig lange dauerten), sprich ein jeder stürzte sich in ein Gepäckgemenge und zog und zerrte an Koffern und Taschen.  Als wir unsere Taschen beisammen hatten, durften wir diese dann einmal um die Ecke rollen, nur um sie erneut einzuchecken.

Die spinnen, die Amis.

Der eigentliche Flug von Seattle nach Vancouver hat dann genau 45 Minuten gedauert :). In Vancouver angekommen war ich vollkommen platt. Zum Glück lief der Empfang dort um einiges freundlicher und geregelter ab. Aber ein paar Zwischenfälle hatten wir dennoch.

Zunächst einmal ist unser Skigepäck nicht angekommen. Uns wurde gesagt, dass sei keine Seltenheit bei Fliegern von Seattle – und bei dem Chaos, dem wir beiwohnen durften, wunderte es mich auch nicht im geringsten.  Die Leute am Flughafen waren super hilfsbereit: sie notierten sich unsere Adresse – und lieferten die Skitasche am nächsten Tag an unsere Haustür. Was ein Service!

Der zweite Akt waren dann unsere “Mitbringsel” von Europa: wir hatten Raclette-Käse aus der Schweiz und Schinken aus  den Dolomiten mitgebracht. Bei der Einfuhr muss man jegliche Milch- und Fleischprodukte angeben. Da Wilson auf seinen Zollzettel angab, dass wir solche Produkte dabei haben, habe ich das auf meinem Zettel nicht auch noch erwähnt – schliesslich sind die ja nur in einem der Koffer drin.

Wilson wurde dann auch prompt rausgefischt und durfte ins extra Verhör. Da haben wir dann herausgefunden: jegliche Fleischeinfuhr nach Kanada ist verboten! Sie haben seinen Koffer komplett auseinandergenommen – doch ausser Schweizer Schoggi nichts gefunden. “Hm”, meinte er dann, “dann ist der Schinken vermutlich in unserer Skitasche, die ja erst noch aus Seattle ankommt.” Die Zollbeamte gaben sich damit zufrieden – und machten uns klar, dass unsere Tasche ebenfalls durchsucht würde und jegliches Fleischprodukt konfisziert werde. “Aber doch nicht der gute Schinken aus Sexten”, jammerte ich in Gedanken. Die Kanadier wissen so etwas Gutes ja gar nicht zu schätzen!

Umso grösser war die Freude, als ich MEINEN Koffer dann zu Hause auspackte: ich hatte den Schinken dort in eine Ecke geschoben – und mein Koffer wurde ja nicht kontrolliert. Juhu, Schinken nach Kanada geschmuggelt 🙂 Feine Sache.

Ja, das war also unser Ankunftschaos. Hat sich auch erstmal alles sehr seltsam angefühlt, hier in Vancouver. So gar nicht, wie wieder zu Hause zu sein. Alles wirkte so gross und weit, so unpersönlich.

In mir waren noch die vielen tollen Bilder aus Europa – und die tollen Menschen, mit denen wir Zeit verbrachten: die gemütlichen Bummel über den Weihnachtsmarkt. Die Altstadt in all den Städten, in denen wir waren – die Gemütlichkeit eines Zentrums, Fussgängerpassagen. Die tolle Zeit in Sexten, das Skifahren mit den Kids, die gemütlichen Stunden im Wohnwagen. Die Schweiz mit ihren herrlichen Bergen, die Berner Gemütlichkeit, all die lieben Menschen, die wir in unserer Zeit in der Schweiz besucht haben, besonders Martin und Oli, die uns  Unterkunft gegeben  haben. Das Urige, das “Echte”, das feine Essen – so viele Kleinigkeiten, die jeden Ort an dem wir waren, zu etwas ganz Besonderem machten . Das liess Vancouver plötzlich fad und leer erscheinen.

Wir haben das Wochenende dann genutzt, um unsere Wohnung etwas gemütlicher einzurichten, es etwas heimeliger zu machen: einen Teppich fürs Wohnzimmer, Kissen fürs Sofa, alles etwas umgestellt – ja, das hat es schon besser gemacht.

Mein Herz bleibt trotzdem in Europa, besonders in den Schweizer Bergen. 🙂

Bis zum nächsten Trip!

Europa Medley
Europa Medley

One thought on “Back in the New World”

  1. Boah, um DIE Heimreise beneide ich euch nicht… Übelst. Bin froh seid ihr gut wieder zuhause angekommen und hoffe das Gefühl vom Zuhause sein kommt bald zurück! Ein paar schöne Touren an den Wochenenden und Du willst gar nicht mehr weg 😉

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