Auch wenn das Wetter hier noch immer seltsam ist – so richtige Winterstimmung kommt nicht auf, wir haben zwischendurch zwar kalte Tage, aber keinen Schnee – noch gebe ich Skitouren nicht auf. Der Wetterbericht meldete Sonne für Freitag – und mieses Wetter fürs Wochenende. Da habe ich spontan die Gelegenheit genutzt, mir den Freitag frei genommen und bin ab in die Berge gezogen, gemeinsam mit Bill und Lily, zwei bekannte aus dem Alpenverein.

Da wir uns alle schon lange nicht mehr gesehen haben, wurde dies eine sehr unterhaltsame Tour. Das tolle Wetter hat sicher sein übriges dazu beigetragen, dass wir mit bester Laune starteten.

Die ersten 3 Stunden vergingen wie im Flug. Doch dann begann erst der eigentliche Anstieg. Das Schlimmste: man konnte den Gipfel ständig vor sich sehen, und er war soooooooo weit weg 🙂

Auf dieser Tour haben Wilson und ich uns vor 6 Jahren kennen gelernt. Ich hatte sie gar nicht mehr so lang und anstrengend in Erinnerung…war wohl gut abgelenkt damals 🙂 Nun fühlte es sich an, als ob wir den Gipfel niemals erreichen würden…

Doch irgendwann standen wir dann vor dem letzten Aufstieg. Da die Schneeverhältnisse nicht die tollsten waren, mussten wir hier unsere Skier abnehmen und zu Fuss raufstapfen.

Aber dann: traumhafte Aussicht!

Doch so richtig auf dem Gipfel waren wir noch immer nicht, wie ich belehrt wurde. Da gab es noch ein letztes, eisiges Stück. Das war es mir jedoch nicht wert: zu rutschig für mich. Während Bill und Lily wie Gemsen raufkraxelten, genoss ich die Sonne und die gute Aussicht.

Wow, geschafft. Zu dumm nur, dass der Schnee nicht so bezaubernd war, wie das Wetter: ziemlich verharscht und eisverkrustet. Vor uns lag zwar eine lange Abfahrt, aber Skigenuss geht anders.

Naja, die Hauptsache ist: man hat Spass, ist an der frischen Luft, kann den Sonnenschein geniessen und ist in toller Gesellschaft. So gesehen: ein perfekter Tag.

Der einzige negative Nachhall kam auf der Rückfahrt: wir kamen für einen Freitag abend ziemlich gut durch bis kurz vor Vancouver. Dann: Stau und Chaos auf den Strassen. Als ich es endlich bis in unsere Strasse geschafft hatte, war ich so froh, dass ich schnurstracks mit dem Auto Richtung Garageneinfahrt heizte – und dabei den Aussenspiegel so dämlich schrammte, dass er explodierte. Mist!

Die gute Laune wurde mir davon aber nur kurz verdorben. Ich war froh, dass ich diesen herrlichen, sonnigen Tag in den Bergen geniessen konnte und meine Arbeit am verregneten Wochenende nachholte. Manchmal lohnt es sich eben doch, ein “Free”lancer zu sein 🙂

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